Konzept

Bilder von sexualisierter Gewalt sind in fast allen Medien präsent (Werbung, Spiel- und Doku-mentarfilme, Foto/Reportagen, TV-Nachrichten, Info- und Aufklärungsplakate, YouTube-Clips etc.) und umgeben uns alltäglich. Sie stellen einen Teil des politischen Raums dar, sodass die Frage, wie mit Bildern sexualisierter Gewalt regiert wird, höchst brisant ist. Im Rahmen der Tagung soll der Komplex der Visualisierung sexualisierter Gewalt disziplinenübergreifend diskutiert werden.

Visualisierungen von sexualisierter Gewalt sind eingebettet in Wissen-Macht-Komplexe, indem sie Geschlechterordnungen und -hierarchien, Subjekt-Objekt-Konstellationen, Gewaltverhält-nisse, Blick- und Wahrheitsregime sowohl perpetuieren als auch etablieren. Darstellungen von sexualisierter Gewalt tragen zur Bedeutungskonstitution von sexualisierter Gewalt ebenso bei, wie sie Effekt vorgängiger Auffassungen von sexualisierter Gewalt sind; sie prägen dement-sprechend künftige Vorstellungen – und damit auch Formen der Ausübung – von sexualisierter Gewalt. Mit der Tagung Kicking Images wollen wir unter Bezugnahme auf queer-feministische Re-Präsentationspolitiken explizit in die Produktion künftiger Vorstellungsbilder von sexuali-sierter Gewalt eingreifen.

Ziele der Tagung sind die Sensibilisierung für bildliche Darstellungsweisen sexualisierter Gewalt, die Analyse der Visualisierungen und die Entwicklung von Perspektiven einer anderen Darstellung. In begleitenden Workshops sollen alternative, gegenkulturelle Bilder zu sexualisierter Gewalt diskutiert, konzipiert und generiert sowie eine Handreichung (Broschüre oder Handbuch) zum Problemfeld der Visualisierung von sexualisierter Gewalt vorbereitet und gegebenenfalls erstellt werden.

Die Tagung ist eine Kooperationsveranstaltung der Abteilungen Medientheorien und Zeitbasierte Medien der Kunstuniversität Linz und Linzer queer-feministischen, frauenpolitischen und Anti-Gewalt-Einrichtungen sowie Künstler*innen und Künstler*innengruppen.