Birgit Wolf

VISUELLE UM.AUF.BRÜCHE. Alternative Repräsentationen und widerständige Diskurselemente geschlechtsbasierter Gewalt

Das Visuelle ist zentral für die kulturelle Konstruktion des gesellschaftlichen Lebens, „Diskurs formt wie wir die Welt verstehen und wie wir Dinge in ihr tun”. (Rose 2001, p. 138, Übersetzung d. Autorin). Das trifft auch auf den öffentlichen Diskurs über Gewalt an Frauen zu. Es ist zwar eine Zunahme des öffentlichen Interesses am Thema geschlechtsbasierter Gewalt zu beobachten, die Darstellung in den Medien bleibt jedoch problematisch durch Reproduktion von Misogynie, Klischees, Stereotypien und Mythen. (vgl. Bernadez et al. 2008, Berns 2004, Bonilla Campos 2008, Boyle, 2005; Carter/ Weaver 2003, DeKeseredy 2011, Eiter 2006; Frus 2001; Gallagher 2005; Geiger 2008, Hunnicutt 2009 Kunczik/Zipfel, 2006; Lopéz Diéz 2005, Macharia et al. 2010, Selva /Solá 2003 Taylor 2009, Richards et.al 2011 ,Weise 2007, Wheeler 2009).

Die „Visuelle Landschaft“ bzw. die Darstellung in Informations- wie Unterhaltungsformaten, in Film und Werbung zeugt von einer normalisierten symbolischen Gewalt gegen Frauen, insbesondere von sexualisierter Gewalt. Wer oder was wie ins Bild kommt oder nicht, hängt von Machtkonstellationen ab und kreiert Bedeutungen.

In einer komparativen Studie von Anti-Gewalt-Initiativen in Österreich und Spanien wurde nach alternativen Repräsentationen und widerständigen Diskurselementen gesucht. Anhand von Beispielen (Poster, Videos, Filmausschnitte) werden Problematiken und Grenzen der visuellen Repräsentation diskutiert und Best Practice Beispiele vorgestellt.

Birgit Wolf ist Lektorin am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Wien, Akademische Beraterin und Lektorin an der Donau-Universität Krems. Promovierte Sozialwissenschafterin mit Schwerpunk in feministischer Kommunikationswissenschaft und Audiovisuellen Medien, sowie der Repräsentation von geschlechtsbasierter Gewalt; Gewaltprävention durch Information und Bewusstseinsbildung, Anerkennung von Erfahrungswissen gewaltbetroffener Frauen als Expertinnenwissen. Seit 2011 Vorstandsmitglied des Vereins AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser und Mitglied im European Network on Gender and Violence (ENGV). (Publikationen siehe CV und Publikationsliste: https://genderview.wordpress.com/about/).

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