Judith Maule

Hashtagged – Ereignisse sexueller Gewalt

Der Begriff RapeCulture beschreibt eine Kultur, in der sexualisierte Gewalt weit verbreitet ist bzw. die vorhandenen gesellschaftlichen Strukturen diese begünstigen. Einstellungen, Normen, Praktiken und Medien tragen zu einer Duldung und sogar zu einer Normalisierung und Förderung sexualisierter Gewalt bei. Ein Fall zeigt exemplarisch, wie schnell und unüberlegt sexualisierte Gewalt verharmlost wird –

unter dem Hashtag #JadaPose verbreiteten sich im Frühjahr 2014 Bilder einer 16-jährigen Schülerin bewusstlos und halb entkleidet im Internet. #JadaPose ist zwar nur ein Beispiel von Vielen – jedoch können durch das Herauslösen eines einzelnen Vorfalls aus einem Netzwerk von Ereignissen das ganze Konstrukt und die Bedingungen, die zur Entstehung einer RapeCulture beitragen, sichtbar gemacht werden. Der Fall #JadaPose ist für eine Analyse besonders prädestiniert, da an ihm auch Strategien der Wiederaneignung der eigenen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit durch die Protagonistin aufgezeigt werden können und damit auch Möglichkeiten zur Auflösung der Wirkmacht einer RapeCulture.

Judith Maule lebt und arbeitet in Linz. 2007 schloss sie das Masterstudium Textil/Kunst & Design an der Kunstuniversität Linz ab und arbeitet seit 2005 als Kunst- und Kulturvermittlerin im OK-Centrum für Gegenwartskunst, Lentos Kunstmuseum und Nordico Stadtmuseum. Seit 2010 studiert sie im Masterstudiengang für Medienkultur- und Kunsttheorien an der Kunstuniversität Linz und ist Studienassistentin in der Abteilung für Kunstgeschichte und Kunsttheorie.

Kontakt: judith.maule@ufg.at

 

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