Karin Bruns

Let’s kick the images out!

In Beratungseinrichtungen liegen viele Folder, Flyer und sonstige Infomaterialien auf: Material, das wir den Frauen mitgeben; Frauen in Notsituationen, in Lebenskrisen, mit Gewalterfahrung. Es gibt kaum Informationsmaterial ohne Bilder oder Symboliken, die gängige Klischees reproduzieren – und das obwohl Beratungseinrichtungen ihr eigenes Bildmaterial gestalten. Haben wir die Bedeutung der Bilder bisher zu wenig berücksichtigt? Zementieren und perpetuieren wir die Opfer-Darstellungen, die Subjekt-Objekt-Konstellationen, die Hierarchien und die Geschlechterordnung?

Wir wollen einen kritischen Blick auf vorhandenes und mitgebrachtes Bildmaterial werfen und uns für bildliche Darstellungsweisen sensibilisieren. Welche Möglichkeiten einer Bildgestaltung mit emanzipativen Inhalten gibt es? In dem Workshop wollen wir auch gegenkulturelle Bilder entwickeln und diskutieren.

Karin Bruns studierte Literaturwissenschaft, Sozialpsychologie und -anthropologie an der Ruhr-Universität Bochum. 1993 promovierte sie über „Kinomythen 1920-1945. Die Filmentwürfe der Thea von Harbou“. 2003 folgte die Habilitation zum Thema ‚Audiovisuelle Körperpolitiken im Film‘ an der Universität Essen. Sie lehrte u.a. an der Ruhr-Universität Bochum, der Hochschule für Bildende Kunst Braunschweig, der Hochschule für Film und Fernsehen München und am Goethe-Institut Manchester. Von 1988 bis 2000 war sie Mitorganisatorin des Frauenfilmfestivals femme totale in Dortmund. Seit 2003 ist sie Professorin für Medientheorien an der Kunstuniversität Linz. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind: Netzformate und -theorien; Medien des Gerüchts.

Kontakt: karin.bruns@ufg.at